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Sonderveröffentlichung

Ich liebe meine Altmark
Altmärkisches Musikfest 2018: Musikalischer bunter Sommerstrauß für die gesamte Altmark

30.07.2018
Am 12. Juli stellten Landrat Michael Ziche, Jana Maaß (links) und Ivonne Ritter-Findeisen vom Altmarkkreis Salzwedel das Programm des Altmärkischen Musikfestes 2018 in der Kreismusikschule in Salzwedel vor.
Am 12. Juli stellten Landrat Michael Ziche, Jana Maaß (links) und Ivonne Ritter-Findeisen vom Altmarkkreis Salzwedel das Programm des Altmärkischen Musikfestes 2018 in der Kreismusikschule in Salzwedel vor.

Kultur

Das Altmärkische Musikfest ist eine Erfolgsgeschichte mit steter Fortsetzung. In diesem Jahr geht es nunmehr in seine 23. Runde. Für die Liebhaber schöner Klänge ist das Altmärkische Musikfest einer der kulturellen Höhepunkte des Jahres. So konnten im vergangenen Jahr über 10.000 Gäste bei den einzelnen Veranstaltungen an verschiedenen Aufführungsorten begrüßt werden. Was heute tausende von Menschen begeistert, hat vor einigen Jahrzehnten auch einmal recht klein, aber damals auch schon recht fein, denn auf Qualität wurde immer geachtet, angefangen.

Im Jahr 1991 wurde das erste Musikfest des Landes Sachsen-Anhalt ins Leben gerufen und die Landkreise gebeten, dafür Aufführungsorte bereitzustellen. Der ehemalige Kreis Osterburg hatte sich dazu bereit erklärt und mit Seehausen, Osterburg, Krevese und Werben Aufführungen in vier Aufführungsorten abgesichert.

Allerdings war bereits nach drei Folgejahren wieder Schluss mit dem Landesmusikfest.
Auch das Hanseat ist beim Altmärkischen Musikfest mit von der Partie. Im vergangenen Jahr mit dem „Downbetaclub“ mit der Jazz-Ikone Jo Aldinger. Fotos (2): Oliver Becker
Auch das Hanseat ist beim Altmärkischen Musikfest mit von der Partie. Im vergangenen Jahr mit dem „Downbetaclub“ mit der Jazz-Ikone Jo Aldinger. Fotos (2): Oliver Becker
Doch die Osterburger Organisatoren hatten schnell gemerkt, dass sie das Interesse vieler kulturbegeisterter Bürgerinnen und Bürger geweckt hatten und wollten das zarte Pflänzchen nicht wieder eingehen lassen. So organisierten sie ihr musikalisches Fest in Eigenregie für den Sommer 1994. Danach fusionierten die Kreise Osterburg, Havelberg und der Altkreis Stendal zum Landkreis Stendal. Das Musikfest wurde übernommen, es wurde sozusagen als Brautgabe in das neue Kreisgefüge mit eingebracht. Andere Städte in dem neuen Landkreis bekundeten ebenfalls ihr Interesse an dem Musikfest und stellten ebenfalls Platzkapazitäten zur Verfügung.

Diese Entwicklung auf kulturellem Gebiet blieb auch dem westlichen Nachbarn nicht verborgen und so zögerte der Altmarkkreis Salzwedel nicht lange und erklärte sich ebenfalls dazu bereit, das Musikfest auch in seinen Zuständigkeitsbereich zu etablieren.

1996 war die Geburtsstunde für das Altmärkische Musikfest

Bei der „Musikalischen Kartoffelernte“ in Diesdorf traten im vergangenen Jahr auch Domenique Lacasa und Maximilian Arland auf.
Bei der „Musikalischen Kartoffelernte“ in Diesdorf traten im vergangenen Jahr auch Domenique Lacasa und Maximilian Arland auf.
Und so wurde bereits 1996 das erste gemeinsame Altmärkische Musikfest in den beiden Altmarkkreisen organisiert und durchgeführt. Finanziert wird dieses nun seit über zwei Jahrzehnten durch den Landkreis Stendal und dem Altmarkkreis Salzwedel. Finanzielle Hilfen bekamen die Landkreise zudem vom Land Sachsen-Anhalt, von der Sparkasse Altmark West und der Kreissparkasse Stendal. Dieses ermöglichte den Organisatoren einen großen Teil der Veranstaltungen kostenfrei oder zu einem geringen Obolus anzubieten. Damit wurde erreicht, einem besonders breit gefächerten Publikum die Teilnahme an diesen kulturellen Veranstaltungen zu ermöglichen und somit Kunstgenuss auf einer sehr hohen Ebene nicht vom Geldbeutel abhängig zu machen.

Auch wurde die jährliche Veranstaltungsreihe kontinuierlich ausgebaut. Neue Ideen flossen mit ein und machten so die Angebotspalette für die Besucher noch bunter und vielfältiger.

Auch hinsichtlich der Akteure, die bei dem Altmärkischen Musikfestes involviert wurden, spreizte sich die Altersschere. Mit der Reihe „Musikunterricht einmal anders“, brachten sich so auch immer mehr junge lokale Musiker in die Veranstaltungen mit ein.

Programm für das Altmärkische Musikfest 2018 liegt vor

Die Hauptorganisation bei der Vorbereitung des 23. Altmärkischen Musikfestes lag in diesem Jahr beim Altmarkkreis/Stabstelle Kultur. Am 12. Juli wurde das diesjährige Musikfestprogramm in der Kreismusikschule in Salzwedel der Öffentlichkeit vorgestellt.

Landrat Michael Ziche sagte zur Begrüßung: „Das Altmärkische Musikfest bringt besondere Kultur nun schon im 23. Jahr zu den Bürgern. Es hat sich zu einem erstklassigen kulturellen Höhepunkt in der gesamten Altmark etabliert.“ Und weiter: „In den vielen Jahren, in dem das Musikfest stattfindet, konnte die gute Zusammenarbeit mit den Kommunen, Kirchenkreisen sowie vielen Heimat- und Kulturvereinen kontinuierlich weiterentwickelt werden. Das freut uns sehr.“

Konrad Kindermann und Tillmann Bieber von der Kreismusikschule in Salzwedel spielten als Vorband vom Downbeatclub mit Jo Aldinger.
Konrad Kindermann und Tillmann Bieber von der Kreismusikschule in Salzwedel spielten als Vorband vom Downbeatclub mit Jo Aldinger.
Das Erfolgsmodell Altmärkisches Musikfest konnte auch in diesem Jahr 20 Veranstalter binden. 46 Kultur- und Bildungseinrichtungen sowie Kirchen in der gesamten Altmark bieten mit ihrer Teilnahme eine breite Plattform, die räumlich über die gesamte Altmark verteilt ist.

Vom 29. Juli bis zum 28. Oktober werden über 50 Künstler, Bands, Chöre und Orchester aus der Region und ganz Deutschland auf 58 hochkarätigen Kulturveranstaltungen die Gäste mit auf eine einmalige Reise durch die Welt der Musik nehmen.

Das Schöne an der Reise ist, dass die Besucher dort zusteigen können, wo es ihnen gefällt. Und so auf der musikalischen Reise durch den Sommer auch gleich noch optische Eindrücke von der Schönheit der Altmark im Reisegepäck wieder mit nach Hause nehmen.

Das „Konzert im Rosengarten“ zwischen Kreismusikschule und Stadtmauer zieht jährlich viele Besucher an. Fotos (3): Oliiver Becker
Das „Konzert im Rosengarten“ zwischen Kreismusikschule und Stadtmauer zieht jährlich viele Besucher an. Fotos (3): Oliiver Becker
Auch in diesem Jahr haben die Organisatoren des dreimonatigen musikalischen Veranstaltungsreigens ein breites Spektrum an musikalischen Stilrichtungen gewählt, um so den verschiedenen Geschmäckern gerecht zu werden. Ob Klassik oder Blues, Operette oder Folk, Chanson oder Jazz, vielleicht aber auch ein Orgelkonzert in einer unserer altehrwürdigen Kirchen in der Region - die Auswahl ist groß und zugeschnitten auf alle Altersgruppen. So wurde auch für die kleinen Musikliebhaber ab drei Jahren in dem Veranstaltungszeitraum zum ersten Mal eine musikalische Veranstaltung mit aufgenommen. Der „Reggaehase Boooo und der gute Ton“ wird am 19. August vom Puppentheater Eckstein im „Hanseat“ in Salzwedel aufgeführt. Zuvor wird das diesjährige Altmärkische Musikfest in der Kirche Immekath mit einem Orgelkonzert angemessen eröffnet. Zu hören sind an diesem Nachmittag auf der Immekather Troch-Orgel bekannte Melodien, zugeschnitten auf die Königin der Instrumente.

Charlotte Knappstein lässt die Diva Hildegard Knef am 11. August in der Alten Darre von Diesdorf noch einmal musikalisch auferstehen und die Oneman-Band Uli Kirsch ehrt mit ihrem Programm am selben Tag im Kreismuseum Osterburg dem genialen Komponisten, Sänger und auch Nobelpreisträger für Literatur in 2016, Bob Dylan.

Mit Musik geht es der Knolle im Freilichtmuseum Diesdorf an den Kragen

Altmärkisches Musikfest 2018: Musikalischer bunter Sommerstrauß für die gesamte Altmark Image 6
Die musikalische Kartoffelernte im Freilichtmuseum Diesdorf lockte schon im vergangenen Jahr hunderte von Besucher in den nordwestlichen Teil der Altmark. Am 26. August heißt es „Musikalische Kartoffelernte mit Swing op de Deel“.

Der 2. September ist dem Jazz vorbehalten. Bereits ab 11 Uhr stimmt die Band „Konglomerate“ am Alten Kuhstall in Tylsen auf die ursprünglichste amerikanische Musikrichtung, dem Jazz, mit einem Frühschoppen ein.

Mit ihrem „Konzert im Rosengarten“ geben Musikschüler der Kreismusikschule des Altmarkkreises am 9. September das weiter, was ihnen im Unterricht vermittelt wurde. Ein äußerst melodiöser Nachmittag vor einer traumhaften Kulisse.

Da eine gute Planung alles ist, sollten sich die Musikliebhaber bereits den 22. September als Termin in ihrem Veranstaltungskalendern vormerken. Pianist, Musikkomödiant und Improvisationskünstler Felix Reuter verknüpft in seinem Programm: „Die verflixte Klassik“ die Musik großer Komponisten mit amüsanten Informationen zu selbigen. Die „h-Moll-Messe von J.S. Bach“ ein Muss für jeden Liebhaber klassischer Musik. Aufgeführt am 23. September im Stendaler Dom durch das Sächsische Barockorchester und den Domchören aus Stendal und Halberstadt.

„Weißes Gold“ der Stern Combo Meißen erlebt Auferstehung

Ostalgisch wird es am 13. Oktober im Theater der Altmark in Stendal. Eine der ganz großen ostdeutschen Bands erinnert an dem Tag an ihren größten Erfolg. 1978 veröffentlichte die Stern Combo Meißen ihr Konzeptalbum „Weißes Gold“. Nun vierzig Jahre später ist es an diesem Abend noch einmal live zu erleben. Mit dem „Sinfonischen Chor- und Orchesterkonzert“ in der St. Nikolaikirche in Osterburg endet am 28. Oktober der musikalische Sommer in der Altmark.

Dieses stellt nur einen kleinen Ausblick auf die zahlreichen Veranstaltungen des diesjährigen Altmärkischen Musikfestes dar.

Denn, so bunt wie die Blätter, die der Herbstwind über die altmärkischen Äcker und Wiesen treibt, so bunt ist das musikalische Angebot des 23. Altmärkischen Musikfestes. Dieses wird auch wieder die Bilanz der zahlreichen Besucher sein, nachdem der letzte Ton verstummt ist.

Besonders schön, dass sich auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Schulen mit ihren Beiträgen an dem Altmärkischen Musikfest beteiligt haben. Gleich fünf Aufführungen von Grundschulen, Gymnasien, und Berufschulen aus Havelberg, Sandau, Tangermünde, Klietz, Stedal, Gardelegen, Beetzendorf Pretzier, Fleetmark und Salzwedel sind in dem Veranstaltungskalender vermerkt. Gehen Sie mit auf die Reise durch die fabelhafte Welt der Musik. Seien Sie dabei, lassen Sie sich begeistern und inspirieren. Genießen Sie und entdecken Sie die unendliche Vielfalt des Klanguniversums. Oliver Becker
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