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Sonderveröffentlichung

Ich liebe meine Altmark
Arendsee – mehr als nur eine Stadt und ein See

26.07.2019
Die Perle der Altmark wird der 514 Hektar große See auch liebevoll genannt.
Die Perle der Altmark wird der 514 Hektar große See auch liebevoll genannt.

Arendsee

Als die Mühle des Müllers Arend im Jahr 1685 in den Fluten des altmärkischen Sees versank, war es für ihn sicher ein großes Drama. Denn der See hatte seine Einkommensquelle geschluckt.

Die Fläche des Sees vergrößerte sich durch den Einbruch mit einem Schlag um 20 Hektar und erreichte damit seine noch heutige Größe von 514 Hektar. Der See soll, der Legende nach, nach dem armen Müller benannt worden sein. Allerdings wurde er schon als Arnseo in den Annalen des Fränkischen Reiches in Zusammenhang mit einem vorhergehenden Einbruch im Jahr 822 erwähnt. Lange bevor des Müllers Mühle im See entschwand, errichteten bereits die Benediktiner Nonnen an seinem Ufer ein Kloster. Mit der Gründung 1184 begann auch die Geschichte des Ortes. Durch den Bau des Klosters siedelten dort Handwerker, Händler und viele andere Gewerke. Das Kloster brachte Arbeit und die Wälder rings um die Siedlung boten Wildbret und der See so manchen köstlichen Fisch. Der Arendsee gab seinen Namen nun an dem an seinen Ufern liegenden Ort weiter.
 
Mockingbird-Jazzband
Mockingbird-Jazzband
Die einstige Kolonie wurde 1280 zum Flecken ernannt, erhielt 1289 sein erstes Stadthaus und 1457 das Stadtrecht. Der Dreißigjährige Krieg und die Pest, die sich zu jener Zeit in ganz Europa ihre Opfer suchte und fand schwächten den kleinen Ort. 1837 verwüstete ein Großbrand weite Teile der Stadt, bei dem vier Menschen starben und über 1000 obdachlos wurden. Die Spendenbereitschaft der Menschen aus der Region ermöglichte den Wiederaufbau der Stadt innerhalb von drei Jahren. Im Jahr 1872 wurde der Grundstein als Kurort gelegt und seitdem erholen sich in der Stadt am See Jahr für Jahr zahlreiche Menschen.

Auf historischen Pfaden wandeln oder sportlich unterwegs
  
Viele Veranstaltungen im ehemaligen Kloster
Viele Veranstaltungen im ehemaligen Kloster
Ein prall gefüllter Veranstaltungskalender macht neugierig auf die Stadt, den See und das Umfeld.

Größter Magnet ist im Sommer natürlich das Strandbad am östlichen Ufer des Sees mit angeschlossenem Campingplatz. Eine Kreuzfahrt mit der „Queen Arendsee“ wurde bereits für viele Gäste zu einem besonderen Erlebnis und ist aus diesem Grund immer gut ausgelastet. Am 10. August wird die Queen dann wieder zu einem Musikdampfer. Die Mockingbird-Jazzband erfreut mit einer musikalischen Kreuzfahrt über den Arendsee nicht nur die Freunde des Jazz. Wer es dagegen ein weniger rockiger mag, der sollte am gleichen Abend bei Krähe und seiner Band bei der Rock-Beachparty im Strandbad vorbeischauen. Nur eine Woche darauf, am 17. August, heißt es für die Freunde von Rock und Pop: „Alle Mann an Bord“, denn die Queen geht wieder auf Große Fahrt. Und das mit ordentlich Rhythmus unter dem Kessel. Die Jungs von der Hamburger Waterkant, mit dem viel versprechenden Namen „Rükkenwind“, werden bei dieser Fahrt im Rahmen des 23. Altmärkischen Musikfestes zeigen, woher die steife Briese weht.

Zahlreiche Vereine sind Mitgestalter der Kulturlandschaft
  
Einmal im Jahr wird Arendsee zum Catwalk mobiler Schönheiten. Fotos: Oliver Becker
Einmal im Jahr wird Arendsee zum Catwalk mobiler Schönheiten. Fotos: Oliver Becker
Die Altmark-Classic-Tour startet in diesem Jahr in die 8. Runde und wird mit Sicherheit wieder viele Blicke Schaulustiger auf sich ziehen. Am 27. Juli starten die Liebhaber reiferer mobiler Schönheiten vom Rathaus aus zu ihrem Rundkurs durch die Altmark.

In Arendsee und Umgebung haben sich zudem viele Einheimische in Vereine organisiert und leisten in diesen ihren Beitrag, um das Leben abwechslungsreicher und bunter zu gestalten.

Dabei steht der See natürlich oft im Mittelpunkt der freizeitlichen Aktivitäten. Ob unter Wasser, wie beim Tauch-Club, auf dem Wasser, wie beim Regatta-Verein oder den Drachenbootsportlern, oder im kühlen Wasser, so wie es die Saunis zur Abkühlung mögen - der Arendsee wird gern und intensiv genutzt.

Aber auch an seinen Ufern tobt das wilde Vereinsleben. Im Gesangsverein, Motorradverein, in der Schützengesellschaft, im Gustav-Nagel-Förderverein, im Förderverein Kloster Arendsee, in der AG Arendsee oder im Hundesportverein finden Menschen aus Arendsee und der Umgebung einen willkommenen Ausgleich zu der Arbeit oder zu dem Rentnerleben.

Ein gut funktionierendes Vereinsleben ist immer ein sicheres Indiz, dass sich Menschen in ihrer Region wohl- und mit ihr verbunden fühlen. Oliver Becker
   
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