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Sonderveröffentlichung

Willkommen 2019!
Den inneren Schweinehund überwinden

09.01.2019
Neben gesunder Ernährung ist vor allem auch sportliche Betätigung wichtig. Foto: adobe.stock.com
Neben gesunder Ernährung ist vor allem auch sportliche Betätigung wichtig. 
Foto: adobe.stock.com


(dgk) - Das neue Jahr beginnt mit guten Vorsätzen. Doch nicht einmal jeder Dritte schaff t es, diese auch in die Tat umzusetzen und sich z. B. gesünder zu ernähren. Selbst wenn das Risiko für Diabetes Typ 2 bekannt ist, ändern Betroffene ihren Lebensstil kaum. Der Mensch ist bekanntlich ein Gewohnheitstier. Doch es ist nicht hoffnungslos: Es gibt Strategien, wie man etwas ändern und sogar den inneren Schweinehund bezwingen kann. Prof. Dr. Sonia Lippke, Gesundheitspsychologin an der Jacobs Universität in Bremen, rät möglichst konkret zu planen und die eigene Strategie immer wieder der Wirklichkeit anzupassen. Wer sich zum Beispiel vornimmt, dreimal pro Woche 30 Minuten mit Sport ins Schwitzen zu kommen, aber es dann doch sein lässt, weil der Rücken schmerzt, der sollte stattdessen spazieren gehen oder leichtere Rückenübungen machen. „Wenn die Umsetzung der Vorsätze in der einen Woche nicht gelingt, dann sollte man überlegen, was man in der kommenden Woche anders machen kann, damit es klappt“, so Lippke. „Das Gefühl, etwas bewegen zu können, in Kombination mit der Aufstellung von Handlungs- und Bewältigungsplänen, wirkt sich positiv auf die längerfristige Gewohnheitsbildung und die Zufriedenheit aus – unabhängig von Alter, Geschlecht oder Beruf“, verdeutlicht Lippke. Wie schwer es offenbar vielen fällt, Gewohnheiten zu ändern, zeigt eine Studie der Universität Cambridge, Großbritannien, an der rund 570 gesunde Menschen mittleren Alters teilnahmen. Bei zwei Dritteln der Teilnehmer wurde mit unterschiedlichen Tests ermittelt, wie das persönliche Risiko ist, an Diabetes Typ 2 zu erkranken. Wenn sich ein erhöhtes Risiko zeigte, wurde das den Teilnehmern mitgeteilt. Die anderen wurden lediglich allgemein über einen gesunden Lebensstil informiert. Diabetes Typ 2 ist kein unabwendbares Schicksal, er lässt sich durch gesunde Lebensgewohnheiten verhindern. Nach acht Wochen prüften die Forscher, ob das Wissen um das eigene Diabetes-Risiko die Menschen zu einem gesünderen Lebensstil motivieren konnte.

Das Ergebnis ist ernüchternd: Nach eigener Auskunft hatten die Teilnehmer ihr Verhalten nicht geändert, keine Diät begonnen oder ihr Gewicht reduziert. Sie machten sich auch nicht mehr Sorgen als zuvor. Einzig ihre Risikoeinschätzung war realistischer. Ob es um eine bessere Lebensqualität, sportlichen Ehrgeiz oder schlicht Eitelkeit geht – es ist inzwischen offenbar, dass Aufklärung über gesundheitliche Risiken und Angebote für Fitnesskurse allein nicht ausreichen, um Menschen zu einer gesünderen Lebensweise zu bewegen. Experten widmen sich daher verstärkt dem Thema Motivation und geben Tipps, wie gute Vorsätze zu neuen Gewohnheiten werden. Dazu gehören:

- Individuelle Ziele festlegen: Ziele sollten zu den eigenen Interessen passen. Wenn jemand nicht gern läuft, stehen die Chancen eher schlecht, dass er jetzt bei Kälte und Dunkelheit zum Jogger wird. Vielleicht ist Badminton mit Freunden dann eine Alternative.

- Etappenziele feiern: Wenn das langfristige Ziel noch weit weg ist, zum Beispiel bei einer großen Gewichtsabnahme, sollten Etappenziele gefeiert und belohnt werden. Denn nichts motiviert mehr als Erfolg.

- Jokertage einbauen: Je mehr man sich verbietet, desto schwerer ist das Durchhalten. Man sollte sich auch gestatten, das Training mal zu schwänzen oder zu essen, wonach einem gerade ist.

- Coach zur Unterstützung: Ein persönlicher Trainer überprüft regelmäßig die Erfolge, motiviert und ermahnt, wenn man es schleifen lässt. Wer sich diese oft teure Unterstützung nicht leisten kann, dem können Trainingsgruppen, Ernährungsprogramme oder Online-Coaches helfen.

Von Mindestlohn bis Mütterrente

(djd) - Anfang dieses Jahres werden neue Gesetze und Regelungen in Kraft treten, Mitte des Jahres kommen weitere hinzu. „Die Änderungen führen dazu, dass Arbeitnehmer, Rentner und Eltern mehr Geld zur Verfügung haben“, erklärt Otmar Lang, Chefvolkswirt der Targobank. Allerdings dürfe man im Gegenzug nicht vergessen, dass viele Bundesbürger im kommenden Jahr auch von steigenden Preisen betroffen sein werden. Das gelte vor allem für das Thema Wohnen und die allgemeinen Energiekosten, die zuletzt für einen deutlichen Anstieg der Inflationsrate sorgten.

Hier die wichtigsten gesetzlichen Änderungen im Überblick:

- Mindestlohn: Der gesetzliche Mindestlohn wird zum 1. Januar 2019 auf 9,19 Euro pro Stunde steigen, bisher hatte er bei 8,84 Euro gelegen. Zum 1. Januar 2020 wird er auf 9,35 Euro weiter angehoben.

- Rentenplus: Die gesetzlichen Renten werden 2019 voraussichtlich erneut um mehr als drei Prozent steigen. Zum 1. Juli 2019 dürfen sich westdeutsche Rentner vermutlich um ein Rentenplus von 3,18 Prozent und ostdeutsche Rentner um ein Plus von 3,91 Prozent freuen. Final wird die Rentenerhöhung erst festgelegt, wenn die Daten zur Lohnentwicklung komplett vorliegen.

- Mehr Mütterrente: Bei der Mütterrente gibt es weitere Verbesserungen. Alle Mütter und Väter mit Erziehungszeit, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, bekommen zusätzlich einen halben Rentenpunkt gutgeschrieben.

- Mehr Kindergeld und höhere Freibeträge: Ab dem 1. Juli 2019 bekommen Familien jeden Monat zehn Euro mehr Kindergeld pro Kind. Das Kindergeld beträgt dann für das erste und das zweite Kind je 204 Euro monatlich, für das dritte Kind erhalten Eltern 210 Euro und für jedes weitere Kind 235 Euro. Nicht nur das Kindergeld, auch der Kinderfreibetrag wird angehoben: Zum 1. Januar 2019 steigt er von 2.394 Euro auf 2.490 Euro.

- Paritätische Zusatzbeiträge zur Krankenkasse: Die Zusatzbeiträge bei der gesetzlichen Krankenversicherung werden wieder zu gleichen Teilen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern bezahlt. Bisher wurden die Zusatzbeiträge für die Krankenkasse von den Versicherten allein bezahlt. Die meisten Krankenkassen erheben derzeit neben dem allgemeinen Beitragssatz einen solchen Zusatzbeitrag.

Änderungen für Autofahrer

Einheitliche Kraftstoffkennzeichnung

Foto: stock.adobe.com
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Mit der Neuauflage der „Zehnten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes“ wird 2019 eine europäische Richtlinie zur einheitlichen Kennzeichnung von Kraftstoffen auch in Deutschland umgesetzt. Benzin, Diesel und gasförmigen Kraftstoffen wird eine geometrische Form zugeordnet: Benzin ein Kreis, Diesel ein Quadrat und gasförmigen Kraftstoffen eine 90-Grad- Raute. Innerhalb der Form wird die Sorte angezeigt. Sowohl in den Tankdeckeln und Kfz-Bedienungsanleitungen als auch an den Zapfsäulen und -pistolen sollen die Zeichen zu finden sein. Sind die Symbole und Sorte an Auto und Tankstelle identisch, kann der Fahrer bedenkenlos tanken.

Fahrverbote im Ausland

Im Großraum Paris dürfen ab Mitte 2019 keine alten Dieselfahrzeuge mehr fahren, die vor 2001 registriert wurden. Madrid hat bereits im November 2018 eine Umweltzone im Zentrum eingerichtet. Künftig sollen nur noch Anwohner, deren Besucher sowie Fahrzeuge mit einer Sondergenehmigung ins Zentrum fahren dürfen. Ein absolutes Fahrverbot soll für Benziner, die vor dem Jahr 2000, und Diesel, die vor 2006 zugelassen wurden, gelten. Brüssel verschärft die Zufahrtsbeschränkungen in seiner Umweltzone ab Januar. (ots)
*Auszug
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