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Sonderveröffentlichung

Kliniken 2020
Eine im Mund verborgene Volkskrankheit

28.09.2020
Regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt und die professionelle Zahnreinigung – diese Maßnahmen können helfen, eine Parodontitis zu verhindern. Foto: Aok Mediendienst
Regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt und die professionelle Zahnreinigung – diese Maßnahmen können helfen, eine Parodontitis zu verhindern. Foto: Aok Mediendienst

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung informiert über Zahnbetterkrankung Parodontitis

Über 20 Prozent der erwachsenen Deutschen ab 35 leiden an einer schweren, dringend behandlungsbedürftigen Form von Parodontitis. Zahnbeläge sind ein entscheidender Faktor bei der Entstehung dieser Erkrankung des Zahnbettes. Wer die Beläge durch gute Mundhygiene vermeidet, verringert sein Erkrankungsrisiko deutlich. Deshalb sagt die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV): Zweimal täglich gründliches Zähneputzen und das tägliche Reinigen der Zahnzwischenräume mit Interdentalbürstchen oder Zahnseide sind ein Muss. Allerdings können sich trotz sorgfältiger häuslicher Zahnpflege mit der Zeit Beläge bilden, besonders an den Stellen, die mit der Zahnbürste schwer erreichbar sind. Diese Beläge können laut KZBV nur in der Zahnarztpraxis entfernt werden.

Professionelle Zahnreinigung hilft

Neben der reinen Zahnsteinentfernung, bei der die harten Beläge oberhalb des Zahnfleischsaumes beseitigt werden, ist die sogenannte professionelle Zahnreinigung (PZR) eine wichtige Präventionsmaßnahme. Bei der PZR werden alle harten und weichen Ablagerungen oberhalb und, soweit sie leicht zugänglich sind, auch unterhalb des Zahnfleischrandes, von der Zahnärztin bzw. dem Zahnarzt oder speziell ausgebildetem Praxispersonal entfernt.

Außerdemwerden die Zähne und erreichbaren Wurzeloberflächen geglättet und poliert, damit sich Bakterien schlechter anheften können. Je nach Bedarf sollte die PZR ein- bis zweimal jährlich, bei Risikopatienten auch öfter durchgeführt werden. Eine Zahnfleischentzündung kann so meistens schon im Anfangsstadium eingedämmt werden.

Was viele nicht wissen: Auch rund um Implantate kann eine Entzündung des Zahnhalteapparates entstehen. Aus diesem Grund müssen auch hier regelmäßig alle Beläge entfernt werden.

Darüber hinaus gilt: Wer die Möglichkeit hat, Stress zu reduzieren, oder es schaff t, mit dem Rauchen aufzuhören, senkt nicht nur sein Parodontitisrisiko, sondern gewinnt auch an Lebensqualität. Die Erfolgsaussichten einer Parodontitisbehandlung sind umso größer, je früher die Erkrankung erkannt und therapiert wird. Da die Parodontitis zunächst unauffällig und weitgehend schmerzfrei verläuft, fällt es vielen Patienten schwer, sie rechtzeitig zu erkennen.

Bei ersten Warnzeichen zum Zahnarzt

Anfängliche Zeichen wie Zahnfleischbluten, Rötungen und Schwellungen des Zahnfleisches oder Mundgeruch nehmen sie oft nicht ernst. Meist bemerken sie die Entzündung erst, wenn sich die Symptome eines fortgeschrittenen Stadiums einstellen: deutlicher Rückgang des Zahnfleisches, empfindliche Zahnhälse oder gar gelockerte Zähne.

Zweimal im Jahr zur Kontrolle in die Praxis

Umso wichtiger sind deshalb regelmäßige Kontrolltermine (ein- bis zweimal pro Jahr) beim Zahnarzt, der Anzeichen einer Parodontitis oft schon bei der allgemeinen Munduntersuchung feststellen kann.

TIPP: PLÖTZLICHER HERZTOD

Foto: stock.adobe.com
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Das Risiko für den plötzlichen Herztod, der bei Diabetikern auch als „Dead-in-bed-Syndrom“ bezeichnet wird, ist bei Diabetikern auf das Doppelte erhöht. Experten gehen davon aus, dass sich das erhöhte Risiko durch Unterzuckerung (Hypoglykämie) erklärt, die lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen auslösen kann. Dabei spielen Störungen des Mineralhaushalts (Mangel an Elektrolyten Kalium und Magnesium), die mit der Unterzuckerung verbunden sind, eine Rolle. Wichtig ist auch die Aktivierung des sympathischen Nervensystems als Alarmreaktion auf niedrige Blutzuckerwerte zum Schutz des Gehirns. Patienten, die häufig oder gar unbemerkt Unterzuckerungen erleiden, sind erheblich mehr durch den plötzlichen Herztod gefährdet. Die Gefahr lebensbedrohlicher Herzrhythmusstörungen kann bei Diabetespatienten auch dann entstehen, wenn es infolge einer unerkannt unbehandelten KHK zum Herzinfarkt kommt. Der Herzinfarkt kann bösartige Herzrhythmusstörungen auslösen. (red)
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