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Sonderveröffentlichung

Kliniken 2020
Gehirntraining: Geistige Fitness erhalten

28.09.2020
Foto: Gordon Johnson/Pixabay.com
Foto: Gordon Johnson/Pixabay.com

Tägliche Übungen und Querdenkereien schaffen neue Synapsen

Zwar ist das Gehirn kein Muskel, aber es kann dennoch trainiert werden. Das erfahren beispielsweise Menschen, die nach Gehirnschlägen oder Unfällen manches neu erlernen müssen, was sie zuvor wie selbstverständlich ausgeführt haben. Unser Denkorgan hat ungeahnte Kapazitäten und ungenutzte Areale. Es braucht aber Futter. Zum einen sind damit ausreichend Flüssigkeit und viele Vitamine, Mineralstoffe und Enzyme gemeint – kurzum: eine gesunde Ernährung und kluges Trinkverhalten. Zum Zweiten hilft es, wenn auch im Alter die Durchblutung angeregt und altersgerechter Sport ausgeübt wird. Drittens sorgt regelmäßiges Training der grauen Zellen dafür, dass diese nicht einrosten. Mit kleinem Aufwand und täglichen Gehirnjogging-Übungen können Sie einen beträchtlichen Zuwachs an geistiger Merkfähigkeit und Konzentrationsfähigkeit erarbeiten. Nutzen Sie dabei eine Tageszeit, in der Sie sich ausgeruht und bereit für neue Herausforderungen fühlen.

Ganz konkret: Welche Übungen sind sinnvoll?

Viele Übungen können aus dem Stegreif erdacht werden, um das Gehirn auf Trab zu halten. Dabei sollen vor allem das Kurzzeitgedächtnis und die Merkfähigkeit trainiert werden. Das Langzeitgedächtnis funktioniert im Alter meist besser.

✔ Putzen Sie mit der ungewohnten Hand die Zähne. Das trainiert ihre motorischen Fähigkeiten und aktiviert die weniger benutzte Hirnhälfte.
✔ Lösen Sie ein Kreuzworträtsel, indem Sie die Kästchen mit der anderen als der gewohnten Schreibhand ausfüllen.
✔ Auch der Einkaufszettel kann als Übung in dieser Richtung dienen.
✔ Es dient der Konzentration, wenn Sie beim Lesen eines Buches in Großdruck eine Seite ü ber Kopf lesen. Wenn Sie das zehn Minuten lang tun, wird die Konzentrationsfähigkeit aktiviert.
    

Tipp: Demenz

Foto: stock.adobe.com
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Betroffenen in der Familie beistehen

Baierbrunn. Viele Demenzkranke kommen laut Studien gut mit Tablet-PCs klar. Angehörige können die Geräte dazu nutzen, um die Gefühle des Patienten anzusprechen, etwa durch Singen mit den Enkeln, Spiele spielen oder Fotos anschauen. In seiner aktuellen Ausgabe gibt der „Senioren Ratgeber“ noch weitere Tipps, wie die Familie einen Demenzkranken gut versorgen kann.

Merkhilfen geben statt korrigieren: Dabei geht es zunächst darum zu akzeptieren, dass der Kranke zunehmend in seiner eigenen Realität lebt. Anstatt ihn zu korrigieren und ihm damit seine Defizite vor Augen zu führen, kann es vor allem bei beginnender Demenz besser sein ihn mit Merkhilfen zu unterstützen, wie zum Beispiel Arzttermine oder Geburtstage an die Kühlschranktür zu heften. Das gibt ihm Sicherheit.

Ruhige Musik zum Einschlafen: Im frühen und mittleren Stadium der Krankheit tun den Patienten oft wohldosierte geistige Anregungen gut – etwa Vorlesen, Würfelspiele oder Mandalas zum Ausmalen. Regelmäßige Tagesaktivitäten und Bewegung helfen dem Demenzkranken dabei, in der Nacht gut durchzuschlafen. Beim Einschlafen kann ruhige Musik helfen. (ots)

Quelle: Apothekenmagazin „Senioren Ratgeber“ 6/2020
10 bis 30 Minuten am Tag Gehirntraining

Wie Sie sehen, ist Gehirnjogging gar nicht schwer. Mit der Zeit merken Sie, dass das geistige Training anschlägt. Wichtig ist, nur zehn bis dreißig Minuten Gehirnjogging einzuschieben. Unser Gehirn ist so strukturiert, dass es maximal neunzig Minuten ungeteilte Aufmerksamkeit leisten kann. Dann benötigt es Entspannung. Nur Menschen, die jahrelang meditiert haben und verschiedene Stufen der Versenkung erreichen, sind zu länger anhaltender Konzentration fähig. Unsereinem ist bei fortschreitender Vergesslichkeit mit kleinen Dosen geistigem Training besser bedient.

Die Mischung macht´s

Das bedeutet keineswegs, dass Sie sich am restlichen Tag keinen geistigen Herausforderungen mehr stellen. Der richtige Mix zwischen geistiger Spannung und Entspannung ist wichtig. Außerdem sollten Sie verinnerlichen, dass das menschliche Gehirn immer neue Herausforderungen benötigt, um leistungsfähig zu bleiben. Alles, was Gewohnheit geworden ist, ist kein hilfreiches Geistestraining.

Durchbrechen Sie die Routine

Mit Gedächtnisspielen ist es wie mit dem Rätseln: wenn Sie zu oft dieselbe Rätselfrage beantworten, wird das Kreuzworträtseln zur Routine. Sie erraten beim Sudoku die meisten Zahlen im Schlaf. Gefühlt mag das eine Herausforderung sein. Tatsächlich aber schläfert es die nicht beschäftigten grauen Zellen ein. Das Gehirn muss aus dem Dämmerschlaf von Gewohnheit und Routine gerissen werden, damit es aktiv bleibt und sich herausgefordert fühlt. Strapazieren Sie Ihre Synapsen, damit es ständig neue Verbindungen gibt.

Täglich neue Erfahrungen

Wenn Sie es satt haben, Rätsel zu lösen und Zeitungsseiten ü ber Kopf zu lesen, ist es Zeit für etwas Neues. Besser noch: Stellen Sie sich täglich neuen Erfahrungen. Wiederholen Sie eine Gehirnjogging-Übungerst, wenn Sie diese vergessen haben. Menschen wie Ex-Kanzler Helmut Schmidt, die sich bis ins hohe Alter mit Politik und Zeitgeschichte auseinandersetzen, bleiben scharfe Denker. Alte Menschen, die ihren verpassten Doktortitel nachholen, schaffen diesen geistigen Kraftakt auch. Gewohnte Denkbahnen zu verlassen und Dinge anders auszuführen, stärkt die geistigen Fähigkeiten. Jede Routine und Gewohnheit ist schädlich und endet in Langeweile.

Trainieren Sie Ihre bildliche Vorstellungskraft

Verlassen Sie gewohnte Bahnen, um neuen Erfahrungen Raum zu geben. Trainieren Sie Ihre bildliche Vorstellungskraft, denn sie bedeutet Kreativität.

Beim Abwasch können Sie sich kurze Szenen Ihrer Reisen vergegenwärtigen. Visualisieren Sie eine Bildsequenz aus einem Film, den Sie gerne selbst gedreht hätten. Spielen Sie mit Ihren Enkeln „Ich packe meinen Koffer“ und merken Sie sich die hineingepackten Dinge versuchsweise ü ber geistige Bilder und Eselsbrücken. Manche Menschen erinnern sich an die Dinge, indem sie eine Art geistigen Ordner dafür anlegen. Lernen Sie eine neue Sprache

Vergessen Sie dabei nicht: was auch immer Sie als Herausforderung auswählen, soll Ihnen Spaß machen. Die Übung sollte nicht zu lange täglich trainiert werden.

Es ist vorteilhaft, Hirnjogging-Übungen an einem oder mehreren Tagen zu ü ben und sie dann mehrere Monate zugunsten anderer Herausforderungen wegzulassen. Wenn Sie eine Übung vergessen haben bzw. aus dem Training sind, gehört sie wieder auf den Plan.

Fazit: Lassen Sie nichts zur lieben Gewohnheit werden, sondern bilden Sie durch neue Erlebnisse, Querdenkerei und geistige Herausforderungen neue Synapsen im Hirn.

Quelle: Dr. Klaus Mühlhausen: “Mit 3 Einfachen Tipps bis ins hohe Alter”( ebook)

Auf der Seite https://kompetenz-statt-demenz.de

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Wie alle Projekte der DSGIP Deutsche Stiftung für Gesundheitsinformation und Prävention (DSGiP) lebt „KsD“ ausschließlich von privaten Spenden und ist insbesondere unabhängig von der Pharmaindustrie und von industriellen Lebensmittelproduzenten. Das Projekt „Kompetenz statt Demenz“ ist die dritte konkrete Initiative der Stiftung.
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