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Sonderveröffentlichung

Ich liebe meine Altmark
Ein Dorf haucht einer Industriebrache neues Leben ein

26.07.2019
Die ehemalige Zuckerfabrik prägte früher Goldbeck als Arbeitgeber. Heute dient sie als Veranstaltungsort. Über die Grenzen des Ortes hinaus bekannt ist das jährliche Plummusfest. Archivbild: Karina Hoppe
Die ehemalige Zuckerfabrik prägte früher Goldbeck als Arbeitgeber. Heute dient sie als Veranstaltungsort. Über die Grenzen des Ortes hinaus bekannt ist das jährliche Plummusfest. Archivbild: Karina Hoppe

Goldbeck bietet gute Infrastruktur, Vereine und eine Zuckerhalle

Etwa 1500 Menschen leben in Goldbeck mit seinen Ortsteilen Bertkow, Plätz, Petersmark und Möllendorf und genießen die Natur und Nähe zu den Städten Stendal und Osterburg. Goldbeck wurde erstmals 1359 als Ort urkundlich erwähnt. Die Gemeinde gehört zur Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck deren Sitz sich in Goldbeck befindet.

Gut ausgebaute Straßen, ein Bahnhof an der Eisenbahnstrecke Stendal-Wittenberge sowie zahlreiche Radwege sorgen für die gute infrastrukturelle Erschließung der Gegend. Radwanderer, die den Elbe- Uchte-Weg befahren, der als Alternative den Altmarkrundkurs zwischen Uchtspringe und Arneburg quert, fahren durch den Ort Goldbeck.

Die Gemeinde verfügt über eine Sekundar- sowie eine Grundschule. Für gesellschaftliches Leben sorgen der Sportverein Blau-Gelb Goldbeck, der Schützenverein und der Rassegeflügelzuchtverein. Kulturell wird ebenfalls etwas geboten. Ein herausragendes Projekt ist die Zuckerhalle. Die ehemalige Zuckerfabrik prägte bereits vor 130 Jahren den Ort als Arbeitgeber. Nun engagieren sich der im Februar 2018 gegründete Verein Zuckerhalle Goldbeck und Gemeindevertreter dafür, dass die Lagerhalle zu einer Multifunktionshalle wird.

Ein erster Schritt war die Erstellung eines Konzeptes für die zukünftige Nutzung der Halle. Aus dem historischen Bauwerk aus den 30er-Jahren soll einmal ein Gebäude entstehen, in dem zum Beispiel ein Saal für Veranstaltungen und ein Indoorspielplatz beherbergt sind. Es wurden etwa Nutzungsmöglichkeiten und mögliche Partnerschaften mit Einwohnern, Vereinen, Kindertagesstätten oder Grundschulen überprüft. Das Gebäude soll nicht nur erhalten, sondern auch ein Veranstaltungsort für die Gemeinde werden. Ziel dabei ist es, den Industriecharakter der alten Zuckerhalle zu erhalten.

Das Konzept erarbeiteten Studenten der Fachhochschule Magdeburg-Stendal. Sie standen in Kontakt zu Vereinen und Institutionen und führten Gespräche mit Vertretern von Grundschule, Kita, Hort und Sekundarschule. Bei einem offenen Workshop konnten Einwohner ihre Ideen beisteuern und diskutieren. Bereits 2017 hat die Kommune mit dem fertigen Konzept in der Hand begonnen, nach Fördermitteln für die nötigen Umbauten und Sanierungen zu suchen.

Mit Hilfe von Fördermitteln wurde die Herstellung des Fußbodens sowie der Elektroinstallation in der großen Halle finanziert. Außerdem war der Bau von Sanitäranlagen inbegriffen. Das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Altmark unterstützte die Dachsanierung. Beide Teilprojekte konnten 2018 fertiggestellt werden. In der Zuckerhalle gibt es nun einen neuen Fußboden sowie Toiletten inklusive Anschlüsse an das Trink- und Abwassersystem.

Schon diese ersten Sanierungsarbeiten führten zu einer besseren Nutzbarkeit der alten Industriebrache. Der Aufwand bei der Organisation von Veranstaltungen konnte deutlich gesenkt werden. Unter anderem weil keine provisorischen Lösungen zur Strom- und Toilettenversorgung mehr nötig sind.

Neben dem Hauptort sind die Goldbecker Ortsteile ebenfalls einen Besuch wert. In Plätz und Bertkow stehen zwei typische altmärkische Feldsteinkirchen aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Die beiden Dörfer sind außerdem gut mit dem Pferd zu erreichen. Sie liegen nämlich auf der Reitroute „Sternenreiten in der Altmark“. Marco Heide
   
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