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Sonderveröffentlichung

Wirtschaftskraft im Harz
„Lebenslanges Lernen ist unabdingbar“

06.11.2019
Landrat Martin Skiebe und Geschäftsführerin Herma Alpermann gratulieren langjährigen Dozenten der Einrichtung. Foto: Eileen Drescher
Landrat Martin Skiebe und Geschäftsführerin Herma Alpermann gratulieren langjährigen Dozenten der Einrichtung. Foto: Eileen Drescher

Harzer Kreisvolkshochschule feiert 100-jähriges Bestehen

Halberstadt (dku) ● Die meisten Gründungen von Volkshochschulen erfolgten nach Ende des Ersten Weltkrieges dem Ziel, die breite Bevölkerung besser zu bilden, die zuvor von der Bildung ausgeschlossen war. In Artikel 148 der Reichsverfassung von 1919 wurde die Förderung des Bildungswesens, einschließlich der Volkshochschulen, erstmals gesetzlich verankert.

1919 gab es bereits mehr als 150 Volkshochschulen.

Die Festveranstaltung „100 Jahre Kreisvolkshochschule Harz“ wurde in Quedlinburg begangen. Aus der erwarteten Ansprache von Geschäftsführerin Herma Alpermann wurde ein Wortgefecht mit Carl Ritter, in der Person des Schauspielers Markus Bölling. Im Carl-Ritter-Bildungshaus war er richtig. Nicht umsonst trägt seit der Eröffnung im Jahr 2006 das gemeinsame Domizil von Kreismusikschule, Kreisvolkshochschule (KVHS) und Kreisbibliothek den Namen des Mannes, der vor über 200 Jahren in Quedlinburg geboren wurde und die Geographie als Wissenschaft etablierte.
Eine zeitgeschichtliche Dokumentation gehörte zu den Jubiläumsveranstaltung der Kreisvolkshochschule Harz. Foto: Fabian Kiewel
Eine zeitgeschichtliche Dokumentation gehörte zu den Jubiläumsveranstaltung der Kreisvolkshochschule Harz. Foto: Fabian Kiewel
Zuvor ließen Herma Alpermann und ihre Kolleginnen und Kollegen 100 Jahre Volkshochschule im Harzkreis Revue passieren. Im Saal des Bildungshauses, das einst als Gymnasium begann, später Gemeinschafts- und polytechnische Oberschule war, erinnerten sie an die Anfänge 1919, als nach dem Ersten Weltkrieg die Erwachsenenbildung von der Politik einen neuen Stellenwert erhielt.

Seit zehn Jahren ist die KVHS eine GmbH, hervorgegangen aus den drei Volkshochschulen in Halberstadt, Quedlinburg und Wernigerode nach der Fusion der drei Landkreise. In den vergangenen zehn Jahren bot die Kreisvolkshochschule Harz fast 8 000 Kurse mit mehr als 85 000 Teilnehmern und 1 400 Dozenten an. Während der Eröffnung der Carl-Ritter-Ausstellung im Bildungshaus gab Carl Ritter alias Markus Bölling einen Einblick in das Leben und Schaff en des berühmten Quedlinburgers. Im Gespräch mit Brigitte Meixner wurde die Beziehung zu Alexander von Humboldt beleuchtet, ebenso wurde auf die wissenschaftlichen Arbeiten Carl Ritters eingegangen.

An die 100-Jahr-Feier im Quedlinburg Bildungshaus schloss ein Tag der offenen Tür an. Die Fachbereiche der Kreisvolkshochschule, ebenso wie die Kreisbibliothek, stellten sich vor. Landrat Martin Skiebe (CDU) hatte zur Festverwaltung am Vormittag die Volksbildung als ein Grundrecht für die Bürger gewürdigt. „Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter war es ein gelungener Tag“, wie von Besuchern übereinstimmend festgestellt wurde. Auch die eingeladenen Dozenten waren angetan von dem Jubiläumstreff en.

Wandel ab 1990

Wie bei vielem in der Zeit der politischen Wende begann auch für die Volkshochschulen eine völlige Umstellung. Es begannen erste Integrationskurse, erste Computerkurse und Lehrgänge für die neuen Verwaltungen.

Ab dem Jahr 2000 verschlechterte sich die Haushaltslage dramatisch. 2005 wird die Gründung der Volkshochschule Harz gGmbH vom Kreistag beschlossen. Zunächst arbeiteten hier nur die Einrichtungen in Quedlinburg und Wernigerode zusammen, 2008 kommt Halberstadt hinzu.

Seit 2011 gibt es im Bildungshaus Carl Ritter in Quedlinburg optimale Bedingungen für die KVHS, die Kreismusikschule und die Kreisbibliothek.

Mit Blick auf das nächste Jahrzehnt stellt die Chefin der Einrichtung fest: „Lebenslanges Lernen wir unabdingbar, Bildung muss auf nachhaltige Entwicklung zielen, Sprachen fördern das Zusammenleben und die Digitalisierung verändert alle Lebensbereiche“.
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