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Kliniken 2020
Rückengesundheit im Büro

28.09.2020
Viele Menschen sitzen den ganzen Tag. Das ist alles andere als gesund für den Rücken. Foto: Aktion Gesunder Rücken e. V.
Viele Menschen sitzen den ganzen Tag. Das ist alles andere als gesund für den Rücken. Foto: Aktion Gesunder Rücken e. V.

So sitzt man richtig: 4 effektive Tipps für den Arbeitsalltag

Bremervörde. Vom Autositz auf den Bürostuhl und dann auf die Couch - diese Abfolge der tagtäglich genutzten Sitzmöglichkeiten dürften wohl viele wiedererkennen. Es lässt sich schwer leugnen: Die meisten verbringen den Großteil des Tages im Sitzen. Laut zeit.de sind es bei Erwachsenen durchschnittlich etwa 9 Stunden pro Tag. Besonders das viele Sitzen am Schreibtisch im Büro ist für die meisten Arbeitnehmer Alltag.

Das Problem: Wer viel sitzt, hat nicht nur ein erhöhtes Risiko an Herz-Erkrankungen oder Diabetes zu erkranken, auch der Rücken leidet unter der meist bewegungsarmen Körperhaltung. Wie kann man die Zeit im Büro möglichst rückenfreundlich gestalten und Rückenschmerzen auf der Arbeit vorbeugen? Die Aktion Gesunder Rücken e. V. gibt wertvolle Tipps.

1. Tipp: Stühle wählen, die Bewegung zulassen

Wer auf einem harten und unbeweglichen Stuhl sitzt, weiß, wie unangenehm das schon nach kurzer Zeit werden kann. Gerade am Arbeitsplatz sollte ein Stuhl daher mehr können, als nur eine Sitzfläche zu bieten. Eine sinnvolle Hilfe für mehr Rückengesundheit im Büro sind sogenannte Aktiv-Bürostühle. Erfüllen sie besondere Kriterien, werden sie von der Aktion Gesunder Rücken zusammen mit einem medizinischen Expertengremium als besonders rückengerecht zertifiziert.

Das Besondere: Sie bringen deutlich mehr Bewegung ins Sitzen und ermöglichen eine höhere Anzahl an Haltungswechseln als Standard-Bürostühle.

Letztlich passt sich der Stuhl den Bewegungen des Sitzenden an und macht etwa Wippen, Drehen und Zurücklehnen möglich. Zudem lassen sie sich mit wenigen Handgriff en an die individuellen Bedürfnisse anpassen. Das ist wichtig, da nur eine passende Sitzhöhe und eine gut eingestellte Rückenlehne für die optimale Haltung am Schreibtisch sorgen. Anpassbare Armstützen unterstützen eine rückenfreundliche Sitzposition, da sie die Schultermuskulatur zusätzlich entlasten.

2. Tipp: Auch mal im Stehen arbeiten

Eine gute Möglichkeit weniger Zeit im Sitzen zu verbringen, bieten höhenverstellbare Schreibtische, Stehpulte oder sogenannte „Active Office Konzepte“. Das hat gleich mehrere Vorteile: Einerseits werden die Bandscheiben entlastet, andererseits steigen durch die veränderte Arbeitsposition auch die geistige Leistungsfähigkeit und Kreativität.

Eine solche Lösung im Stehen bietet sich nicht nur für Einzelpersonen, sondern auch bei kleineren Konferenzen im Team an. Tipp: Achten Sie beim Einstellen der Höhe darauf, dass die Unterarme im rechten Winkel auf der Tischplatte aufliegen. Sorgen Sie außerdem für ausreichende Beinfreiheit.

3. Tipp: Den Arbeitsplatz richtig ausleuchten

Was viele unterschätzen: Auch ein schlecht ausgeleuchteter Arbeitsplatz kann Fehlhaltungen begünstigen. Denn: Ist der Schreibtisch unzureichend beleuchtet, nehmen viele eine unphysiologische Zwangs-Haltung ein und lehnen sich etwa ständig vor um besser sehen zu können. Sinnvoll sind daher Lampen, die den Arbeitsplatz großflächig und gleichmäßig ausleuchten. Auf diese Weise wird der Kontrast zwischen Computerbildschirm und der Umgebung erhöht und die Sicht verbessert. Wichtig sind außerdem unterschiedliche Beleuchtungsstärken, Farbtemperaturen und leichte Verstellmöglichkeiten. Außerdem sollten die Lampen blendfrei sein und keine störenden Schatten werfen.

4. Tipp: Bewegung in den Büroalltag integrieren

Neben der Nutzung von Aktiv-Bürostühlen oder Stehtischen, ist es auch wichtig im Büroalltag grundsätzlich mehr Bewegung zu integrieren. Das gelingt ganz einfach, wenn Sie statt dem Aufzug beim nächsten Mal die Treppe verwenden oder die Mittagspause vor die Tür verlegen. Ein Telefonat lässt sich in den meisten Fällen auch im Stehen oder Gehen führen. Auch der Weg zur Arbeit kann aktiver gestaltet werden, indem Sie etwa das Fahrrad statt des Autos nutzen. Um Rücken und Nacken während der Arbeit zu mobilisieren, sind auch leichte Dehnübungen sinnvoll. Sie regen die Durchblutung an und können so Verspannungen vorbeugen.

Zahlreiche Übungen unter: https://www.agr-ev.de/de/rueckenschmerzen/rueckenuebungen. (ots)

Tipp: PARKINSON:

Angehörige können gezielt helfen

Baierbrunn. Parkinson ist eine Erkrankung des Nervensystems, ausgelöst durch einen Mangel am Botenstoff Dopamin. Zwar lässt sich diese Krankheit, die sich durch Bewegungsstörungen wie beispielsweise Zittern äußert, nicht heilen. Aber es gibt - wie die aktuelle Ausgabe des Apothekenmagazins „Senioren Ratgeber“ zeigt - neben Medikamenten, Rehasport, Ergo- und Physiotherapie auch ganz alltägliche Maßnahmen, mit denen Angehörige Parkinson-Patienten unterstützen und die Beschwerden lindern können.

Im Alltag kann es beispielsweise hilfreich sein, dem Parkinson-Patienten „Ansagen“ zu machen, um ihm aus bewegungsstarren Zuständen herauszuhelfen. Eine derartige aktivierende Ansage kann lauten: „Eins, zwei, drei und los!“ Wirkungsvoll sind zudem gemeinsame Aktivitäten. So können kranke Angehörigen alltägliche Aufgaben übernehmen, etwa Gemüse raspeln - das schult die Feinmechanik. Und: Nach Möglichkeit sollten Parkinsonkranke Angehörige zu körperlichen und sportlichen Aktivitäten mitgenommen werden - das wirkt wie eine Therapie. Nordic Walking ist übrigens besonders empfehlenswert. Parkinson-Patienten leiden oft an Schluckbeschwerden. Gleichzeitig haben sie aufgrund ihres Zitterns und ihrer Muskelsteife einen erhöhten Energiebedarf. Hier können Spezialgeschirr und Spezialbesteck sowie pürierte Nahrung helfen, das Essen zu erleichtern, so dass der kranke Angehörige wieder Freude an den Mahlzeiten hat. Auch die Haut des Parkinson-Kranken sollten Angehörige im Blick behalten. Ist die Gesichtshaut zu fettig, schafft eine normale Seife Abhilfe. Besonders wichtig: Ist der Angehörige eingeschränkt mobil, sitzt oder liegt viel, sollten insbesondere Fersen, Ellenbogen und Steißbein regelmäßig auf Druckstellen geprüft werden - und gegebenenfalls der Arztdarauf angesprochen werden.

Quelle: Apothekenmagazin „Senioren Ratgeber“ (ots)
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