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Sonderveröffentlichung

Kliniken 2020
Überlastete Faszie beim Laufen

28.09.2020
Beim Läuferknie treten die Schmerzen zunächst beim Joggen auf, später auch beim Gehen.Foto: stock.adobe.com
Beim Läuferknie treten die Schmerzen zunächst beim Joggen auf, später auch beim Gehen.
Foto: stock.adobe.com

Wie man ein Läuferknie vermeidet

Stuttgart. Mit einem schmerzenden Knie macht die Jogging-Runde keine Freude. Dahinter könnte das sogenannte Läuferknie stecken – eine Überlastung einer Faszie (Tractus iliotibialis), die vom Oberschenkel kommend seitlich am Knie entlangführt.

Diese Überlastung kann vielfältige Ursachen haben – am häufigsten eine zu schwache Oberschenkel-, Hüft- und Beckenmuskulatur, erklärt der Orthopäde Patrik Reize. „Dadurch sinkt die Hüfte immer beim Laufen auf der Gegenseite ab und das führt zu einer Überdehnung des Tractus.“ Die Folge: stechende Schmerzen an der Knie-Außenseite.

Auch O-Beine oder X-Beine könnten die Entwicklung eines Läuferknies begünstigen, sagt Reize. Ebenso Fehlstellungen im Fußbereich – und ausgetretene Laufschuhe. „Dann drückt sich die Sohle zusammen und man bekommt eine Dysbalance beim Auftritt des Fußes“, erläutert der ärztliche Direktor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Klinikum Stuttgart.

Das Problem mit dem Läuferknie: Der Tractus reißt zwar in der Regel nicht, so der Experte. Die chronische Überdehnung sorge aber dafür, dass er und auch umliegende Sehnen ihre Elastizität verlieren und nicht mehr so gut dämpfen. „Und man gewöhnt sich weitere Fehlstellungen an, weil man dem Schmerz ausweicht. Man sollte das also schon ernst nehmen“, sagt Reize.

Was hilft? Zunächst einmal passendes und nicht zu ausgetretenes Schuhwerk und eine möglichst kräftige Muskulatur rund um Oberschenkel und Hüfte. Gegen mögliche Fehlstellungen sind Einlagen eine Option – hier kann eine Laufbandmessung genauere Hinweise geben. „Man sollte alle Register ziehen, um es wieder loszubekommen“, sagt Reize.

Orthopäden könnten feststellen, ob es Auffälligkeiten im Gangbild, bei der Beinlänge oder im Fuß gibt.

Wer sportliche Ambitionen hat, könne sich an einen auf Sportler spezialisierten Physiotherapeuten wenden. „Der blickt dann eher auf Muskeln, Sehnen und Faszien“, sagt Reize. Auch Massagen, Wärmesalben oder Elektrotherapie seien denkbar, so der Orthopäde. (dpa/tmn)

Helios St. Marienberg Klinik Helmstedt

Expertentipp: Gemeinsam für eine bessere Gesundheitsversorgung

Foto: stock.adobe.com
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AMEOS Einrichtungen in Sachsen-Anhalt

Mit 18 Einrichtungen an 10 Standorten engagiert sich AMEOS in Sachsen-Anhalt für die Gesundheitsversorgung in den ländlichen Gebieten. In der AMEOS Region Ost arbeiten unsere Ärztinnen und Ärzte in 13 Fachzentren interdisziplinär zusammen.

Patientinnen und Patienten profitieren zum Beispiel in unseren zertifizierten Darmzentren und dem Zentrum für Innere Medizin insbesondere bei der Behandlung von Krebserkrankungen von der Zusammenarbeit der Kliniken für Allgemein- und Viszeralchirurgie sowie Gastroenterologie und Onkologie. Die fachliche Spezialisierung und der stetige Wissenszuwachs in der Medizin erfordern regelmäßig neue Formen der Zusammenarbeit. Wir stärken deshalb kontinuierlich die Kooperation und Vernetzung der verschiedenen Kliniken in unseren sechs Krankenhäusern und neun Poliklinika sowie die Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, um so eine umfassende Versorgung unserer Patientinnen und Patienten vor, während und nach einem Aufenthalt im Krankenhaus abzusichern.

Der Patient im Fokus

Die fachübergreifende Zusammenarbeit dient insbesondere der Entwicklung einer optimalen Behandlungsstrategie für unsere Patientinnen und Patienten. Dabei wird auch die Expertise anderer Disziplinen, wie Physiotherapie, Ernährungsberatung oder Fachpflege mit einbezogen. Für Patienten ermöglicht dieser Ansatz eine wohnortnahe Betreuung und kurze Wege. Es werden bei der Entwicklung einer individuellen Therapie ganzheitliche Aspekte, wie Ernährung oder Bewegung, im Behandlungsansatz berücksichtigt.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Mit Blick auf die zunehmende Komplexität bei Mehrfacherkrankten, vor allem älteren Menschen, hat sich die Bedeutung der interdisziplinären und fachübergreifenden Zusammenarbeit herauskristallisiert. Daher bildet dieser Ansatz für die AMEOS Einrichtungen in Sachsen-Anhalt einen Kern im Ausbau unserer fachlichen Expertisen.

Vorteile für Mitarbeitende

Die fachübergreifende und interdisziplinäre Zusammenarbeit nutzen auch unsere 3.900 Mitarbeitenden für ihre berufliche Weiterentwicklung. Die Anwendung neuester Therapiemethoden und der schnelle Austausch zwischen den Disziplinen in den Fachzentren sichern den fachübergreifenden Wissensaustausch.
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