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Sonderveröffentlichung

Wirtschaftskraft im Harz
„Verlässlichkeit ist ein hohes Gut“

06.11.2019
Alle Präsidenten des Wirtschafts Club Wernigerode auf einen Blick: Christian Klose, Reiner Hochapfel, Andreas Ebert, Ralph Weitemeyer, Clemens Aulich, Peter Schmidt und rechts Nils Appelt, der diese Position zurzeit bekleidet. Foto: Frank Drechsler
Alle Präsidenten des Wirtschafts Club Wernigerode auf einen Blick: Christian Klose, Reiner Hochapfel, Andreas Ebert, Ralph Weitemeyer, Clemens Aulich, Peter Schmidt und rechts Nils Appelt, der diese Position zurzeit bekleidet. Foto: Frank Drechsler

Wernigerode Oberbürgermeister lobt die Arbeit des Wirtschafts Club

Am 28. Juni 1994 wurde die Gründung des Wirtschafts Club Wernigerode mit der Nummer 1935 notariell beurkundet. Wie sich nach einem Vierteljahrhundert zeigt, ist damit eine echte Erfolgsgeschichte auf den Weg gebracht worden.

Von Frank Drechsler 

Wernigerode ● Seinen Prinzipien, sich als eine Plattform und als Interessenvertretung der Unternehmer vor Ort zu verstehen, ist der Club stets treu geblieben. „Der Austausch mit den Verwaltungschefs der Region über wichtige wirtschaftliche Belange stand und steht immer im Vordergrund. Wir waren dabei nicht immer einer Meinung. Wir haben aber immer den Schulterschluss gesucht und auch sehr oft gefunden.“ Das hatte der Präsident des Clubs, Nils Appelt, aus Anlass des Jubiläums im Rahmen einer Feierstunde im Saal des Wernigeröder Rathauses betont. Appelt erwähnte auch die B6n, die heutige Bundesautobahn A36. Sie sei das wohl wichtigste der umgesetzten Projekte, welches auch am nachhaltigsten auf die gesamte Region ausstrahle. Ohne sie wäre die wirtschaftliche Entwicklung im Harz anders verlaufen. Aber auch mit vielen anderen Projekten habe man nicht nur regional, sondern auch in der Landeshauptstadt sehr klar kundgetan, dass Wernigerode mehr sei als nur Schmalspurbahn und Brocken. Die Botschaft sei klar definiert. Im Harz gebe es eine Wirtschaft, die über eine starke Stimme verfüge. Allein der Wirtschafts Club Wernigerode stehe dafür mit seinen 70 Unternehmern für 8100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, betonen Nils Appelt und Andreas Ebert. Letzterer hatte den Wirtschafts Club Wernigerode von 1999 bis 2003 geführt. Ebert wies darauf hin, dass der Club auch nach wie vor all jenen off en stehen würde, die wirtschaftlich in der Region Wernigerode und Halberstadt tätig seien.
Anlässlich seines 25-jährigen Bestehens lud der Wirtschafts Club Wernigerode am vergangenen Dienstag zu einer Feierstunde in den Ratssaal des Wernigeröder Rathauses ein. Hauptanliegen des Clubs, der sich als Netzwerker und Bindeglied zwischen Politik, Verwaltung und Unternehmerschaft versteht, sind der gegenseitige Austausch und das Kennenlernen auf Wirtschaftsebene. Foto: Frank Drechsler
Anlässlich seines 25-jährigen Bestehens lud der Wirtschafts Club Wernigerode am vergangenen Dienstag zu einer Feierstunde in den Ratssaal des Wernigeröder Rathauses ein. Hauptanliegen des Clubs, der sich als Netzwerker und Bindeglied zwischen Politik, Verwaltung und Unternehmerschaft versteht, sind der gegenseitige Austausch und das Kennenlernen auf Wirtschaftsebene. Foto: Frank Drechsler
Sachsen-Anhalts Minister für Wissenschaft, Wirtschaft und Digitalisierung nahm den Ball an dieser Stelle in seinem Grußwort auf. „Es ist schön, dass Sie sich als Wirtschaftsvereinigung vom Bild eines englischen Clubs entfernt und sich von Anfang ganz dem Netzwerken und dem Austausch auf Wirtschaftsebene gewidmet haben. Dafür darf man als Landesregierung schon mal danke sagen“, betonte Prof. Dr. Armin Willingmann. Während der Zeit des Bestehens des Clubs seien es mittlerweile 13 Minister gewesen, die das nun von ihm bekleidete Amt inne gehabt hätten. Das sei eigentlich kein gutes Zeichen für die politische Entwicklung eines Landes, da Wirtschaft nun mal vor allem eines bedürfe – der Ruhe, so Willingmann. Gleichermaßen sei es für ihn wichtig, dass man sein Licht auch nicht unter den Scheffel stellen dürfe. Das werde vielerorts aber getan. Dennoch sei es mit diesem Land, insbesondere im Harz, deutlich aufwärts gegangen. Daher dürfe man ruhig auch mal Freude am Erreichten zeigen. Und: In Magdeburg hätte man sehr wohl längst gemerkt, dass im Harz die Politik einen kleinen, die Wirtschaft selbst aber einen großen Anteil an der Entwicklung der Region habe.
Melanie Kuna-Drechsler (36) und ihr Mann Thomas Kuna (37) stehen auf einer Brücke über der Bundesstraße B6n bei Wernigerode im Landkreis Harz. Diese Straße wird ist Januar 2019 zur Autobahn hinaufgestuft und heißt jetzt A36. Das Paar hält Verkehrsschilder in den Händen, die auf den kommenden Wechsel des Status der unter ihnen verlaufenden Bundesstraße 6n hindeuten. Das eine zeigt das Verkehrscchild Nr. 331, das für Kraftfahrstraße/Schnellstraße steht, das andere, ab nächstem Jahr hier gültige ist das Verkehrszeichen für Autobahnen. Foto: Frank Drechsler
Melanie Kuna-Drechsler (36) und ihr Mann Thomas Kuna (37) stehen auf einer Brücke über der Bundesstraße B6n bei Wernigerode im Landkreis Harz. Diese Straße wird ist Januar 2019 zur Autobahn hinaufgestuft und heißt jetzt A36. Das Paar hält Verkehrsschilder in den Händen, die auf den kommenden Wechsel des Status der unter ihnen verlaufenden Bundesstraße 6n hindeuten. Das eine zeigt das Verkehrscchild Nr. 331, das für Kraftfahrstraße/Schnellstraße steht, das andere, ab nächstem Jahr hier gültige ist das Verkehrszeichen für Autobahnen. Foto: Frank Drechsler
Das unterstrich auch Oberbürgermeister Peter Gaffert. „Ohne die Zusammenarbeit der Stadt mit dem Wirtschafts Club Wernigerode wäre die Entwicklung Wernigerodes anders verlaufen. Verlässlichkeit im Umgang miteinander war, ist und bleibt ein hohes Gut. Sie haben es mit Mut und Engagement und mit Visionen 25 Jahre geschafft, diese Region voranzubringen. Wir können froh und stolz darauf sein, so vieles geschafft zu haben“, betonte der Hausherr. Großprojekte wie die B6n hingegen seien künftig wohl eher nicht so schnell realisierbar. Der Chef des Rathauses erinnerte in diesem Zusammenhang an den Tunnelbau durch den Fenstermacherberg, der den Schwerlastverkehr umleiten und so für spürbare Entlastungen sorgen soll. Er habe da so seine Zweifel, dass die Realisierung des Projektes noch jemand der Anwesenden erleben würde.

IHK-Präsident Klaus Olbrich betonte abschließend, dass der Wirtschafts Club und die Industrie- und Handelskammer von Beginn an einvernehmlich zusammengearbeitet hätten. Olbrich erinnerte in diesem Zusammenhang auch an die vielen Unternehmerabende, den Ball der Wirtschaft und nicht zuletzt an das jüngste gemeinsame Kind – das Wirtschaftsforum Harz.

Diese von der IHK, den Wirtschaftsjunioren Harzkreis, den Harzer Wirtschaftsclubs und der Kreisverwaltung gemeinsam getragene Veranstaltung sei der Abend schlechthin, an dem sich Wirtschaft vernetzen würde.

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