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Sonderveröffentlichung

Kliniken 2020
Zecken – die Gefahr im Grünen

28.09.2020
Kinder spielen viel im Freien. Abends ist dann ist ein Zecken-Check ganz wichtig. Fotos (2): stock.adobe.com
Kinder spielen viel im Freien. Abends ist dann ist ein Zecken-Check ganz wichtig. Fotos (2): stock.adobe.com

Wie gefährlich sind sie für mein Kind?

Hamburg. Bewegung in der Natur macht fast allen Kindern Spaß und ist gesund. Gerade in der wärmeren Jahreszei, wenn Kinder viel im Freien spielen, ist es nicht selten, dass sie sich dabei eine Zecke einfangen. Die Spinnentiere können unterschiedliche Infektionskrankheiten übertragen. Welche das sind, wann ein Arztbesuch notwendig ist und wie Kinder vor einem Zeckenstich geschützt werden, weiß Prof. Dr. Philippe Stock, Leitender Arzt der Pädiatrie im Altonaer Kinderkrankenhaus (AKK).

Verband der kommunalen und landeseigenen Krankenhäuser Sachsen-Anhalts e.V.

„Eine Zecke bzw. ein Zeckenstich ist an sich nicht gefährlich“, so Prof. Dr. Stock. „Jedoch können die Spinnentiere Viren und Bakterien übertragen, die in seltenen Fällen ernste Krankheiten verursachen. Bei frühzeitigem Erkennen sind diese jedoch gut behandelbar, sodass niemand Angst vor Zecken haben muss“, erklärt er. In Deutschland übertragen Zecken hauptsächlich die Erreger der Lyme-Borreliose und der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Nicht alle Zecken tragen Krankheitserreger in sich, daher bedeutet ein Stich nicht automatisch auch eine Infektion. „Bei der Diagnose dieser Erkrankungen ist manchmal medizinische Detektivarbeit gefragt, denn die Symptome können noch Monate nach einem Zeckenstich auftauchen und denen einer Erkältung ähneln“, so Prof. Dr. Stock.

Zeckenstiche vermeiden
   
Zecken – die Gefahr im Grünen Image 2
Man sollte lange Hosen, Socken und geschlossene Schuhe tragen. Zusätzlich die Hosenbeine in die Socken stecken. Insektenschutzmittel bieten einen Schutz für 2 bis 3 Stunden. Nach einem Aufenthalt in der Natur den Körper gründlich nach Zecken absuchen. Auch auf dem Kopf und an den Ohren.

Wann zum Arzt?

Wichtig ist es, auf die sogenannte Wanderröte an der Einstichstelle zu achten. Um deren Entwicklung zu verfolgen, ist es sinnvoll, die Stelle zu fotografieren. Bildet sich die Wanderröte ist es notwendig, einen Kinderarzt aufzusuchen. Sollte ein Kind in 7 bis 14 Tagen nach dem Zeckenstich erkältungsähnliche Symptome wie Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, allgemeines Unwohlsein oder auch Fieber entwickeln, sollte ebenfalls ein Kinderarzt aufgesucht werden.

Es ist nicht notwendig, direkt nach einem Zeckenstich einen Arzt aufzusuchen, da Krankheitssymptome sich in der Regel erst verspätet zeigen. Die Zecke kann mit einer Pinzette oder Zeckenkarte einfach selbst entfernt werden. Wichtig ist dabei, dass das Tier nah an der Haut gefasst und langsam entfernt wird. Dabei darf die Zecke nicht gequetscht werden, denn dies könnte das Austreten möglicherweise infizierter Körperflüssigkeiten verursachen. Öl, Nagellack oder Ähnliches sollte beim Entfernen der Zecke nicht verwendet werden. (ots)
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